Südtirol bewegt sich
Bewegung ist eine einfache und kostengünstige Methode, um gesund zu bleiben. Und bringt außerdem Freude und Spaß ins Leben.Ganz Südtirol ist eine Turnhalle – mit Wäldern, die zum Wandern einladen und mit Fahrradwegen, die für die ganze Familie geeignet sind. Gleichzeitig erken-nen immer mehr Südtirolerinnen und Südtiroler, dass körperliche Bewegung an der frischen Luft nicht nur den Schweiß aus den Poren treibt, sondern auch die Stimmungsaufheller in die Blutbahnen schwemmt.
Diesen Trend möchte die Stiftung Vital durch drei Projekte verstärken, die im Frühjahr starten: „gesund wandern“, „Mit dem Rad zur Arbeit“ und „zähl mit - sei fit“. Allen Projekten liegt ein besonderes Anliegen zugrunde: „Wir möchten gemeinsam mit unseren Partnern nicht nur an das Verhalten einzelner Men-schen appellieren, sondern die Entscheidungsträger in den Betrieben und Ge-meinden dazu einladen, Voraussetzungen zu schaffen, damit die gesunde Ent-scheidung zur leichteren Entscheidung wird“, sagt Franz Plörer, Direktor der Stiftung Vital.
Wirksame Vorbeugung
Längst ist erwiesen, dass angemessene körperliche Betätigung vor Krankheiten schützt, die bei der Bevölkerung in hohem Maße auftreten. Typische „Bewe-gungsmangel-Krankheiten“ sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Infarkt, Blut-hochdruck), Erkrankungen des Stoffwechsels (Zuckerkrankheit, Fettleibigkeit) und des Bewegungsapparates (Rückenschmerzen, Osteoporose).
Aber auch die Psyche kann unter „Bewegungsmangel“ leiden: Sport und Bewegung sind eine überaus geeignete Maßnahmen, um Stress abzubauen, freud-volle Momente zu erleben, soziale Kontakte zu knüpfen.
Eine Studie des Landestatistikinstitutes (ASTAT 2006) zeigt, dass rund 40 Pro-zent der Südtiroler Bevölkerung regelmäßig Sport betreiben, aber 10 Prozent nur „selten“ und weitere 40 Prozent so gut wie „nie“. Dabei gehört körperliche Betätigung zu den effektivsten und kostengünstigsten „Medizinen“, die uns für das gesundheitliche Wohlbefinden zur Verfügung stehen.
Der HBSC-Studie (2008), die unter Südtiroler Schüler/-innen durchgeführt worden ist, kann man entnehmen, dass 33,8 Prozent der 11-15-Jährigen 2-3 Stunden pro Tag in der Freizeit vor dem Computer und der Spielkonsole sitzen und 11,5 Prozent sogar vier Stunden und mehr pro Tag. Gleichzeitig ist in der Volksschule nur eine Stunde Turnunterricht pro Woche vorgesehen.
Bewegung stärkt die Gesundheit
Das Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin an der Sporthochschule in Köln gelangte zum Ergebnis, dass 20 bis 30 Prozent der Kinder ein schwaches Herz-Kreislauf- und Atmungssystem haben, dass bei 30 bis 40 Prozent der Kinder Koordinationsschwächen festzustellen sind und dass 40 bis 60 Prozent der Kinder an Haltungsschäden bzw. an Haltungsschwächen leiden.
Ähnliche Ergebnisse liegen aus Österreich vor, die mit Südtirol durchaus ver-gleichbar sein dürften: Die Universität Salzburg kam in der „Klug&Fit“-Studie, die sie unter 65.000 Kinder und Jugendlichen durchgeführt hat, zum Ergebnis, dass „das körperliche Leistungsvermögen der 11- b is 14-Jährigen in höchstem Maß besorgniserregend ist.“
Gesunde Entscheidungen erleichtern
„Regelmäßige Bewegung ist neben gesunder Ernährung die beste Vorausset-zung, um möglichst lange gesund zu bleiben und Volkskrankheiten wie der Zu-ckerkrankheit, den Herz-Kreislauferkrankungen, aber auch der Entstehung von Tumoren vorzubeugen“, sagt Gesundheitslandesrat Richard Theiner, der mit großem Engagement die neue Initiative der Stiftung Vital unterstützt.
Und es braucht nicht viel, um etwas für die eigene Gesundheit zu tun: Wer dreimal in der Woche jeweils 30 bis 60 Minuten körperlich aktiv ist, kann eine gesundheitlich positive Wirkung erzielen. Allerdings sollte die Bewegung aus-reichend intensiv sein, damit man ins Schwitzen kommt. Eine Faustregel, die man sich gut merken kann, lautet: Man sollte gerade noch plaudern, aber nicht mehr singen können.

Dr. Alexa Nösslinger 