Der Gemeinderat von St. Martin hat sich einstimmig für die Teilnahme am Projekt Gesunde Gemeinde ausgesprochen, um gemeinsam mit den Bürger/innen die Lebensqualität im Dorf zu erhöhen.
Erste Projekt-Etappe erreicht
Mit dem Abschluss der Bedarfserhebung in St. Marin ist nun ein erster wichtiger Meilenstein im Projekt Gesunde Gemeinde erreicht.Nach der Auftaktveranstaltung „Werkstatt für Lebensqualität“, wo engagierte BürgerInnen Stärken und Potentiale der Gemeinde erarbeiteten, sollte im Rahmen dieses Projektes im Besonderen Kindern und Jugendlichen das Wort gegeben werden. Sie sollten es dieses Mal sein, die ihre Sicht auf St. Martin einbringen. Unter Federführung des Südtiroler Jugendrings fanden deshalb in Schulen sowie im Jugendtreff eine Reihe von verschiedenen Veranstaltungen statt, wo die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen in St. Martin unter die Lupe genommen wurden.
Das Ergebnis war eine breite Palette an Themen und Ideen für die Gemeinde: vom Straßenverkehr und seine Gefahren bis hin zum Nightliner, den Ausbau der sportlichen Angebote in der Gemeinde, der Umgestaltung von Spielplätzen und des Jugendtreffs, zusätzlicher Treffpunkte und Rückzugsorte für Mittelschüler sowie einer jugendgerechten Information über Internet.
Alle Themen und Inhalte bilden die Grundlage für die Weiterarbeit im Projekt „Gesunde Gemeinde“, wo es nun darum gehen wird, in Arbeitsgruppen die verschiedenen Rückmeldungen aufzugreifen und gemeinsam mit der Bevölkerung umzusetzen.



Werkstatt für Lebensqualität
Fünfzehn St. Martiner haben sich an einem Freitagnachmittag im Mai Zeit genommen, über die Gesundheit und die Lebensqualität in Ihrem Dorf zu diskutieren. Gesundheit bedeutet nämlich nicht nur körperliches Wohlergehen, sondern auch geistiges und soziales Wohlfühlen im Dorf. Wie gesund sind die St. Martiner vor diesem Hintergrund und gibt es dabei Unterschiede unter den Bewohnern?St. Martin will „Gesunde Gemeinde“ werden. Das heißt, dass die Voraussetzungen für eine noch bessere Lebensqualität geschaffen werden sollen und zwar gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde.
Dafür organisiert die sogenannte Steuergruppe (Annelies Angerer, Erich Kofler, Johanna Kuen, Charlotte Pichler, Rosmarie Pamer (Leitung), Thomas Schwarz) gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern im Laufe der nächsten fünf Jahre Projekte und Programme, die nachhaltig der Gesundheit und der Lebensqualität zu Gute kommen sollen. Unterstützt wird die Steuergruppe dabei von der Stiftung Vital.
Der erste Schritt in diesem Projekt war die eingangs erwähnte Veranstaltung Werkstatt für Lebensqualität. Die TeilnehmerInnen haben sich das Ziel gesetzt, genau hinzuschauen, für wen im Besonderen Aktionen zur Förderung der Gesundheit in St. Martin wichtig sind. Dabei wurden Stärken aber auch Potenziale des Dorfes andiskutiert. So kamen u.a. die Themen Dorflage/Infrastruktur, Zusammenleben im Dorf/Vereinsleben, Familienfreundlichkeit und Verkehr zur Sprache. Zentral war dabei die Frage, wer nicht so sehr an den Stärken des Dorfes teilhaben kann, bzw. wer von den Verbesserungspotenzialen besonders betroffen ist. Gibt es im Dorf Menschen, die sich schwerer tun, sich aktiv am Dorfleben zu beteiligen und die von den bekannten Strukturen (z.B. Vereinswesen) weniger abgedeckt sind?
Die Steuergruppe hat nun die Aufgabe die Ergebnisse auszuwerten und vor diesem Hintergrund eine Zielgruppe für die ersten Projektjahre zu definieren. Im Herbst wird es mit konkreten Aktionen weitergehen. Dann soll gemeinsam genau hingeschaut werden, was helfen kann, die Lebensqualität der Zielgruppe und damit aller St. Martiner weiter zu verbessern.

Gesundheit und Lebensqualität
Die Gesundheit in der Gemeinde fördern, die Lebensqualität steigern, die Bürgerinnen und Bürger aktivieren: Dies sind die Ziele, die im Rahmen des Interreg-Projekts „Insieme sano-gemeinsam gesund“ verfolgt werden. Der Gemeinderat von St. Martin hat sich in seiner letzten Sitzung einstimmig für die Teilnahme am Projekt ausgesprochen und wird in den nächsten Monaten in die erste Projektphase der Bedarfserhebung gehen. Dabei sind die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sich aktiv an der Gestaltung ihres Dorfes zu beteiligen und ihre Anliegen und Ideen einzubringen. Das Projekt sieht außerdem eine transnationale Zusammenarbeit mit dem Schweizer Kanton Graubünden vor, um einen zusätzlichen Mehrwert zu schaffen und eine Plattform bereit zu stellen, wo Raum geboten wird für gegenseitiges Lernen und nachhaltiges Wirken.Die Bürgermeisterin von St. Martin, Rosmarie Pamer, zeigte sich erfreut darüber, als eine der fünf Südtiroler Gemeinden Teil des Projektes zu sein. „Hier bei uns in St. Martin haben wir bereits ein starkes Netzwerk an Vereinen und Organisationen, die für eine hohe Lebensqualität stehen. Es wird in diesem „Gesunde Gemeinde Projekt“ vor allem darum gehen, Synergien zu schaffen, Bestehendes zu integrieren und Netzwerk-Arbeit zu leisten“, so Pamer.
Leadpartner des Projektes „Insieme sano-gemeinsam gesund“ ist die Abteilung für Gesundheit und Soziales, die operative Umsetzung und Betreuung der Gemeinden übernimmt der Bereich Gesunde Gemeinde der Stiftung Vital.

Dr. Martina Vieider