Im Rahmen des Interreg-Projektes "insieme sano-gemeinsam gesund" zwischen Südtirol und Graubünden hat sich der Gemeinderat von Taufers im Herbst 2010 für das Projekt Gesunde Gemeinde ausgesprochen.
Erste Etappe Gesunde Gemeinde erreicht
Ergebnisse der abgeschlossenen Bedarfserhebung bei Bürgerversammlung vorgestelltBei der kürzlich abgehaltenen Bürgerversammlung wurden die Ergebnisse der Bedarfserhebung vorgestellt, die im Zuge des Projektes Gesunde Gemeinde Taufers durchgeführt wurde. Diese bestand aus mehreren Bausteinen, wo in unterschiedlichen Veranstaltungen sowohl Kinder als auch Jugendliche und Erwachsene gemeinsam über die Zukunft des Dorfes nachdachten.
Die umfassende Bedarfserhebung stellt die erste Etappe des Projektes Gesunde Gemeinde dar, das sich vor allem die Bedürfnisse der Familien in Taufers auf die Fahnen geschrieben hat. „In der Bedarfserhebung geht es vor allem darum, die lokalen Besonderheiten der Gemeinde zu verstehen und daraus konkrete und passende Projekte zur Förderung der Gesundheit umzusetzen“, erklärt Martina Vieider, Leiterin des Bereichs Gesunde Gemeinde der Stiftung Vital. „Mittel- und langfristiges Ziel ist die Steigerung der Lebensqualität, die durch die aktive Miteinbeziehung der Bevölkerung erreicht werden soll“, so Vieider.
Vor diesem Hintergrund fanden in Taufers mehrere Veranstaltungen statt, um im Dialog zwischen den BürgerInnen relevante Themen zu erarbeiten. In der sog. Werkstatt für Lebensqualität beleuchtete eine Gruppe von TauferInnen kritisch die Stärken und die Herausforderungen für Taufers. Ein nächster Schritt war die Befragung von Kinder und Jugendliche in Zusammenarbeit mit dem Südtiroler Jugendring: In Workshops, Bewegungsanalysen und Fotostrecken sollten diese aufzeigen, welche Dinge für sie in Taufers wichtig sind und es Verbesserungen gibt. Abschließend folgte unter dem Titel „Unser Blick auf Taufers“ eine Großveranstaltung, wo alle TaufererInnen aufgerufen waren, über verschiedene Themen nachzudenken und ihre Meinung dazu zu äußern. Annelies Pichler, Projektzuständige für die Gemeinde Taufers und Mitarbeiterin der Stiftung Vital, stellte die Ergebnisse der umfassenden Erhebung vor, die Themen wie Mobilität, soziales Leben, Wirtschaft, Natur, Infrastruktur, Jugend sowie politische Mitbestimmung umfassten. „Die Ergebnisse all dieser Bausteine dienen nun der Weiterarbeit im Projekt Gesunde Gemeinde“, so Pichler. Dabei unterstrich sie wiederholt die Notwendigkeit der aktiven Mitarbeit von Seiten der BürgerInnen: „Die Realisierung der vielen Projektideen hängt nun wesentlich von der Mitarbeit der BürgerInnen ab, die aufgerufen sind, sich aktiv an der Umsetzung der deponierten Themen und Ideen zu beteiligen“, so Pichler. Die Steuergruppe unter der Leitung von Roselinde Gunsch-Koch, die das Projekt vor Ort begleitet, wird Arbeitsgruppen ins Leben rufen, die sich jenen Themen widmen, die sich im Zuge der Erhebung herauskristallisierten. „Ich freue mich über die vielen Themen und Ideen, die im Zuge des Projekts Gesunde Gemeinde entstanden sind“, so Gunsch-Koch. Auch sie appellierte an die TauferInnen, sich auch im weiteren Projektverlauf einzubringen und gemeinsam an den erarbeiteten Themen weiterzuarbeiten. Heinrich Fliri, Bürgermeister von Taufers, sieht im Projekt eine großes Potential für die Entwicklung der Gemeinde: „Gemeinsam und Schritt für Schritt werden wir die genannten Themen angehen“, so Fliri, der zugleich die Unterstützung der Gemeinde zusicherte. Das fünfjährige Projekt „Gesunde Gemeinde“ wird von der Stiftung Vital koordiniert und begleitet. Die Schaffung von gesundheitsförderlichen Rahmenbedingungen sowie die Sensibilisierung der Bevölkerung für die eigene Gesundheit zählen zu den zentralen Aufgaben der Stiftung Vital.
Unser Blick auf Taufers
Wie wollen wir in Taufers miteinander leben und was wollen wir gemeinsam gestalten? Diese Frage stand im Mittelpunkt einer Veranstaltung am Samstag, 26. November, zu der aller BürgerInnen des Dorfes eingeladen waren. Eingeladen hat die Steuergruppe des Projekts „Gesunde Gemeinde“, das Taufers gemeinsam mit der Stiftung Vital ins Leben gerufen hat.„Wir bieten den Tauferern an diesem Tag an, zu ihren Themen ins Gespräch zu kommen. Jeder/m soll wird die Möglichkeit gegeben werden, sich in ungezwungener Art und Weise zu äußern“, so die Leiterin der Steuergruppe Roselinde Gunsch Koch. Den Rahmen dazu bot die Turnhalle, die messeähnlich mit verschiedenen Ständen eingerichtet wurde. Die Bauzäune, welche die einzelnen Foren abgrenzten machten es noch einmal deutlicher: Taufers ist bereit mit seinen BürgerInnen an verschiedenen Projekten zu arbeiten und sie dabei mit einzubeziehen.
Rund 70 Tauferer diskutierten angeregt an den Ständen oder im eigens aufgestellten Café über Wirtschaft und Tourismus, Natur und Infrastruktur, Vereins- und soziales Leben, Jugend, Verkehr und politische Kultur. Für letzteres Thema herrschte Einigkeit: Die Veranstaltung ist gelebte Bürgerbeteiligung , was dem Wunsch vieler BürgerInnen entspricht.
Nach dem gemeinsamen Mittagessen kamen die Kinder und Jugendlichen dazu. Sie haben bereits im Vorfeld Ihre Zufriedenheit, Meinungen, Anliegen in verschiedenen Workshops erarbeitet, die an diesem Tag – unter anderem dem anwesenden Bürgermeister – präsentiert wurden.
Nun liegt es an der Steuergruppe die Fülle an gesammelten Informationen zu sichten und daraus Arbeitsgruppen abzuleiten, Gruppen bestehend wiederum aus Tauferer BürgerInnen. „Ich bin nach dem heutigen Tag einfach nur zufrieden“, meinte Heinrich Wittmer aus der Steuergruppe nach der Veranstaltung. „Die große Herausforderung kommt aber nun in der zweiten Phase und hängt auch stark von der Motivation der BürgerInnen ab, weiter aktiv mitzuarbeiten.“
Gesunde Gemeinde Taufers startet in den Herbst
Das Projekt Gesunde Gemeinde geht in die zweite Phase. Nachdem sich die Steuergruppe nach der Werkstatt für Lebensqualität im Juni dieses Jahres für die Zielgruppe Familie entschieden hat, sind im Sommer die Weichen für die Weiterarbeit gestellt worden.Ziel ist es nun gemeinsam mit der Bevölkerung genau hinzuschauen, wie es den Familien in Taufers geht, wo es Verbesserungspotenziale und welche Ideen dazu es unter den EinwohnerInnen gibt. Der Höhepunkt wird eine Großveranstaltung am 26. November sein, zu der alle Interessierten eingeladen werden. In ungezwungenem lockerem Rahmen haben die Tauferer an diesem Tag die Möglichkeit sich über ihren Lebensraum, ihre Lebensqualität auszutauschen, Anliegen vorzubringen und zu diskutieren. Auch die Kinder sollen dabei mit eingebunden werden. In Schul- und Jugendprojekten sollen auch unsere Kinder zu ihrem Dorf mittels altersgerechter Methoden befragt werden. Diese Aktionen werden in den Herbstmonaten stattfinden und münden in die Veranstaltung am 26. November. Ziel ist es, in Folge konkrete Umsetzungsprojekte zu erarbeiten, die dann wiederum unter Einbindung der Bevölkerung umgesetzt werden sollen.
Die Steuergruppe hat sich mittlerweile auch ein Bild von der Tätigkeit der anderen Gemeinden gemacht, die bei diesem Interreg-Projekt mitmachen. Am 25. August trafen sich die 10 beteiligten Gemeinden in Trimmis, in der Nähe von Chur in der Schweiz. Die 5 Schweizer Gemeinden beschäftigen sich allesamt mit der Zielgruppe Senioren und konnten bereits umgesetzte und geplante Vorhaben in diesem Bereich vorstellen. Auch die Südtiroler Gemeinden Abtei, St. Martin, Taufers i.M., Truden und Vahrn stellten mit großer Freude ihre Gemeinden und ihre Zielgruppen vor. Diese reichen von Kindern über Familien, bis hin zu Menschen, die aus verschiedenen Gründen nicht in das Dorfleben integriert sind. Der wertvolle Austausch für alle Gemeinden kann in Zukunft bei gemeinsamen Weiterbildungen weiter vertieft werden.
Entscheidend für die Qualität des Projekts ist die Mitarbeit, die Beteiligung der Bevölkerung. Deshalb geht an dieser Stelle noch einmal gerne die Einladung an alle Tauferer, sich aktiv am Projekt zu beteiligen. Das Projekt ist ein Chance, gemeinsam unseren Lebensraum zu gestalten. Die geplanten Aktionen werden laufend bekannt gemacht und die Steuergruppe bedankt sich im Voraus für das Interesse und das Mittun.
Im Bild: Mitglieder der Tauferer Steuergruppe bei der Präsentation ihrer Heimatgemeinde in Trimmis (CH).



Werkstatt für Lebensqualität in Taufers
Die Familie im Mittelpunkt der Gesunden Gemeinde TaufersDie Gemeinde Taufers will Gesunde Gemeinde werden. Das heißt, dass die Voraussetzungen für eine noch bessere Lebensqualität geschaffen werden sollen und zwar gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde. Denn Gesundheit bedeutet nicht nur körperliches Wohlergehen, sondern auch geistiges und soziales Wohlfühlen im Dorf.
Dafür organisiert die sogenannte Steuergruppe (Roselinde Gunsch, Hubert Peer, Hans Peter Plangger, Heinrich Wittmer) gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern im Laufe der nächsten fünf Jahre Projekte und Programme, die nachhaltig der Gesundheit und der Lebensqualität zu Gute kommen sollen. Unterstützt wird die Steuergruppe dabei von der Stiftung Vital der Autonomen Provinz Bozen. Die ersten beiden Projektjahre sind Bestandteil eines Interreg-Projekts mit der Schweiz; das heißt auch, dass die anfallenden Kosten über dieses Projekts abgerechnet werden können.
Der erste Schritt in diesem Projekt war die Werkstatt für Lebensqualität. Diese hat am 28. Mai 2011 stattgefunden. Die Steuergruppe hat sich gemeinsam mit 16 weiteren Tauferinnnen und Taufern das Ziel gesetzt, genau hin zu schauen, für wen im Besonderen Aktionen zur Förderung der Gesundheit in Taufers wichtig sind. Dabei wurden die Themen Infrastruktur, Verkehr, soziales Leben, Natur, politische Kultur, Wirtschaft, Jugend und Vereinsleben andiskutiert. Zentral war dabei die Frage wer nicht so sehr an den Stärken des Dorfes teilhaben kann, bzw. wer von den Verbesserungspotenzialen besonders betroffen ist. Gibt es im Dorf Menschen, die sich schwerer tun, sich aktiv am Dorfleben zu beteiligen und die von den bekannten Strukturen (z.B. Vereinswesen) weniger abgedeckt sind?
Die Familien werden in der ersten Phase des Projekts im Mittelpunkt stehen. Das hat die Steuergruppe aufgrund der Ergebnisse der Werkstatt für Lebensqualität entschieden. Die Familie als Zelle unserer Gemeinschaft steht angesichts des gesellschaftlichen Wandels vor immer neuen Herausforderungen. Alle Themen, die in der Werkstatt für Lebensqualität diskutiert wurden, betreffen auch die Familien. Im September wird es mit konkreten Aktionen weitergehen. Dann soll gemeinsam genau hingeschaut werden, wie es den Tauferer Familien geht und was helfen kann, die Lebensqualität der Familien und damit aller Tauferer weiter zu verbessern.

Taufers für eine Gesunde Gemeinde
Die Gesundheit in der Gemeinde fördern, die Lebensqualität steigern, die Bürgerinnen und Bürger aktivieren!Dies sind die Ziele, die im Rahmen des Interreg-Projekts „Insieme sano-gemeinsam gesund“ verfolgt werden. Der Gemeinderat von Taufers hat sich einstimmig für die Teilnahme am Projekt ausgesprochen und wird in die erste Projektphase der Bedarfserhebung gehen. Dabei sind die Bürgerinnen und Bürger aufgefordert, sich aktiv an der Gestaltung ihres Dorfes zu beteiligen und ihre Anliegen und Ideen einzubringen. Das Projekt sieht außerdem eine transnationale Zusammenarbeit mit dem Schweizer Kanton Graubünden vor, um einen zusätzlichen Mehrwert zu schaffen und eine Plattform bereit zu stellen, wo Raum geboten wird für gegenseitiges Lernen und nachhaltiges Wirken.
Die Vize-Bürgermeisterin von Taufers, Roselinde Gunsch Koch, zeigte sich erfreut darüber, als eine der fünf Südtiroler Gemeinden Teil des Projektes zu sein.
Leadpartner des Projektes „Insieme sano-gemeinsam gesund“ ist die Abteilung für Gesundheit und Soziales, die operative Umsetzung und Betreuung der Gemeinden übernimmt der Bereich Gesunde Gemeinde der Stiftung Vital.

Dr. Martina Vieider


