Mit der Entscheidung, gemeinsam mit der Stiftung Vital das Projekt Gesunde Gemeinde umzusetzen, will die Gemeinde verstärkt die Anregungen der Bevölkerung aufgreifen und einen Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit, des Wohlbefindens und der Lebensqualität für alle Bürger/innen leisten. 

Gesundheit und Lebensqualität stehen im Mittelpunkt
Ziel der Gesunden Gemeinde ist es, die körperliche, psychische und soziale Gesundheit im Ort zu fördern und dadurch einen beträchtlichen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität für Latsch zu leisten, die kommunale Gesundheitsförderung bekannt zu machen und zu verbreiten.</b>Mit den ersten Latscher Dorfcafe´s fand Mitte Dezember 2010 eine unkonventionelle und kreative Art und Weise des Dialogs in den Latscher Fraktionen Latsch, Goldrain, Morter und Tarsch statt. Die Steuergruppe Gesunde Gemeinde und die Stiftung Vital erhielten dabei eine Vielfalt an Ansichten und Einsichten. Es wurde gemeinsam und in einer gemütlichen Atmosphäre überlegt und diskutiert. Die zahlreichen Ergebnisse wurden schließlich in einer so genannten „Themen-Galerie“ der gesamten Gruppe vorgestellt und präsentiert. In einem nächsten Schritt wurden nun die vielen Ideen und Vorschläge genauer unter die Lupe genommen, um die brennendsten Fragen und Anliegen aus allen vier Fraktionen zu identifizieren. Am Ende werden sich daraus die neuen Gesunde-Gemeinde-Projekte ableiten, die dann auch der Reihe nach starten werden.
Drei Gesunde-Gemeinde-Projekte stehen bereits fest
Die Vielzahl an Ideen, Anregungen und Vorschlägen der Latscherinnen und Latscher wurde nun von der Steuergruppe Gesunde Gemeinde in Zusammenarbeit mit der Stiftung Vital aufgegriffen und ausgewertet. Dabei ist es von großer Bedeutung, dass diese Projekte auch eine nachhaltige Entwicklung garantieren können und somit eine langfristige Lösung in Sachen Lebensqualitätssteigerung darstellen. Da man klarerweise nicht alle zur Debatte stehenden Punkte gleichzeitig angehen kann, startet man demnach mit insgesamt drei Schwerpunkten. Planung, Umsetzung und Evaluierung lauten dabei die Schritte zur Verwirklichung dieser einzelnen Konzepte.Die Steuergruppe Gesunde Gemeinde möchte als ersten Punkt eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Vereine in Angriff nehmen. Vereine gibt es mittlerweile in den verschiedensten Bereichen und sind von unserer heutigen Gesellschaft gar nicht mehr weg zu denken. Diese Gemeinnützigkeit ist ein unbezahlbares Gut, das man dringend erhalten und pflegen sollte. Als zweiten Schwerpunkt wurde das Thema „Sauberes Dorf“ ausgewählt. Hierbei hat einerseits das Problem „Hundekot“, das übrigens in allen vier Fraktionen als Thema aufgegriffen wurde, Priorität. Zum anderen möchte man sich aber auch verstärkt um die zusätzliche Verbesserung der Luftqualität einsetzen. Da Latsch darüber hinaus auch Mitglied beim Klimabündnis ist und daher auch als Luftkurort aufscheint, kann hierbei sicherlich noch Positives bewirkt werden, vor allem auch in Sachen Hausbrand.
Unter dem Titel „Wir für unser Dorf“ soll die Eigeninitiative der Latscherinnen und Latscher das dritte Schwerpunktthema einnehmen. Nachdem die Lebensqualität und das Wohlbefinden innerhalb der Gemeinde alle angeht, ist hierbei eine stärkere Zivilcourage und Sensibilisierung in verschiedensten Bereichen für die Entwicklung der Gemeinde ein wertvoller und nicht zu unterschätzender Themenbereich.
Die Beteiligung der gesamten Bevölkerung steht im Zentrum der Projekte zur kommunalen Gesundheitsförderung. Mit einer aktiven Teilnahme sollen Latsch, Goldrain, Morter und Tarsch Orte sein bzw. werden, die dem entsprechen, was man sich unter einem gesunden Lebensumfeld vorstellt.



Gemeinsam für die Zukunft in Latsch
Vier Dorfcafes - viele spannende ThemenMitte Dezember 2010 fanden in den Latscher Fraktionen Latsch, Goldrain, Morter und Tarsch die ersten Latscher Dorfcafe’s statt. Bei dieser etwas anderen Form des Zusammentreffens ging es darum, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern die Lebensqualität von Latsch zu verbessern.
In einer gemütlichen Atmosphäre, wie man sie auch in einem Cafè vorfindet, wurde in kleinen Gruppen von 4-6 Personen gemeinsam überlegt und diskutiert. Dabei hatte jede/r die Möglichkeit, die für ihm/ihr wichtigen Anliegen vorzubringen und auf Plakaten festzuhalten. Die jeweiligen Tischmoderatoren sorgten dafür, dass auch jeder zu Wort kam und dass alles Gesagte auf den Plakaten festgehalten wurde.
Insgesamt fanden drei Dialogrunden zu je 20 Minuten statt. Dazwischen wechselten alle Teilnehmer den Tisch, um so neue Gesprächsrunden entstehen zu lassen. Auf diese Weise konnte an bereits entstandenen Themen angeknüpft werden und zugleich entstanden immer wieder frische Ideen.
Auf diese unkonventionelle und kreative Art und Weise des Dialogs wurde ein fruchtbarer Boden für viele neue und innovative Ideen geschaffen.
Die zahlreichen Ergebnisse dieses Abends wurden schließlich in einer sog. Themen-Galerie der gesamten Gruppe vorgestellt und an die Wand gehängt. Die Dorfcafe’s wurden von der Steuergruppe Gesunde Gemeinde und der Stiftung Vital organisiert. In einem nächsten Schritt werden nun die vielen Ideen genauer unter die Lupe genommen, um die brennendsten Fragen und Anliegen aus allen vier Fraktionen zu identifizieren. Am Ende werden sich daraus die neuen Gesunde-Gemeinde-Projekte ableiten, die mit nächstem Jahr starten werden.
Das „Dorfcafé“ bildet nach dem Fragebogen, der bereits im letzten Jahr an alle Haushalte verschickt wurde, eine weitere Maßnahme dafür, einen Eindruck zu bekommen, was der Latscher Bevölkerung für die Lebensqualität im eigenen Dorf wichtig ist. Die Gemeinde Latsch gehört seit 2008 zu den Gesunden Gemeinden Südtirols, die von der Stiftung Vital betreut und begleitet werden. Ziel der Gesunden Gemeinde ist es, alle drei Dimensionen der Gesundheit – die körperliche, die psychische und die soziale Gesundheit - im Ort zu fördern und dadurch einen beträchtlichen Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität für Latsch zu leisten. Der direkte Einbezug der Bevölkerung ist dabei ein ganz wesentlicher Teil des Prozesses und ist zugleich Garant für eine nachhaltige Entwicklung.

Latsch auf dem Weg zur Gesunden Gemeinde
Im Frühjahr 2009 wurde im Rahmen der Bedarfserhebung an alle Latscher Haushalte ein Fragebogen verschickt, mit dem allen Bewohnerinnen und Bewohnern unserer Gemeinde die Möglichkeit gegeben wurde, zu Fragestellungen rund um die Themen Lebensqualität und Gesundheit Stellung zu nehmen.Die Rücklaufquote der rund 2000 verschickten Fragebögen lag mit 12% leider unter den Erwartungen aller Beteiligten und erlaubt keine allgemeingültigen Aussagen. Nichtsdestotrotz hat sich die Steuergruppe Gesunde Gemeinde, unter der Leitung von Johann Mitterer, mit Unterstützung der Stiftung Vital daran gemacht, die Fragebögen auszuwerten und ein Arbeitsprogramm für 2010 zu erstellen.
Ohne Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, kann gesagt werden, dass die Themen Dorfgestaltung, Verkehr und Umweltschutz im Allgemeinen, Migration, Angebote für Familien und Jugendliche für viele Latscherinnen und Latscher von Bedeutung sind. Zentraler Punkt ist hierbei auch die Frage ob und wie sehr die Bevölkerung auf ihr Lebensumfeld Einfluss nehmen kann und wie sich die Kommunikation der Bevölkerung untereinander und mit der Gemeindeverwaltung gestaltet. Die Beteiligung der gesamten Bevölkerung steht im Zentrum von Projekten zur Kommunalen Gesundheitsförderung. Nicht für Sie, sondern mit Ihrer aktiven Beteiligung sollen Latsch, Goldrain, Morter und Tarsch Orte sein, die dem entsprechen, was Sie sich unter einem gesunden Lebensumfeld vorstellen.

Lebensqualität in der Gemeinde Latsch
Bürgerbefragung läuftDerzeit haben die Latscher Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, ihre Sichtweise von der Lebensqualität in der Gemeinde einzubringen. Um sich ein Bild von der derzeitigen Situation in der Gemeinde zu machen, hat sich die Arbeitsgruppe Gesunde Gemeinde dazu entschlossen, eine Bürgerbefragung durchzuführen.
Mit der Maiausgabe der „Neuen Latscher Zeitung“ haben alle Haushalte einen Fragebogen erhalten, der bis Pfingsten von einem Mitglied des Haushaltes ausgefüllt werden soll. Die Rückgabe der ausgefüllten Fragebögen kann in allen Fraktionen der Gemeinde an eigens eingerichteten Sammelstellen erfolgen.
„Im Projekt Gesunde Gemeinde wollen wir die Meinung der Latscher/innen einholen und ernst nehmen. Wir hoffen auf eine rege Beteiligung der Bevölkerung, damit wir ein für die Gemeinde repräsentatives Bild zeichnen können. Dazu ist es notwendig, dass 50 % der angeschriebenen Haushalte die Fragebogenaktion mitmachen!“ so berichtet der vom Gemeinderat beauftragte Projektleiter Johann Mitterer.
Der Fragebogen enthält allgemeine Fragestellungen zur Lebensqualität in der Gemeinde, holt jedoch auch eine Rückmeldung zum Bekanntheitsgrad der Angebote der Sozial- und Gesundheitseinrichtungen sowie zum Stellenwert der Jugend und ihrer Vorschläge ein.
Die Ergebnisse der Befragung werden voraussichtlich im Sommer vorliegen und dann im Gemeinderat sowie der Bevölkerung zur Kenntnis gebracht.

Dr. Martina Vieider