Fahrradfreundliche Betriebe gesucht
Mit dem Rad zur Arbeit: Wettbewerb der Stiftung Vital beginntAutofahren ist teuer, Radfahren kostet (fast) nichts. Autofahren belastet die Umwelt, Radfahren stärkt die Gesundheit. Davon ausgehend startet die Stiftung Vital gemeinsam mit dem Ökoinstitut Südtirol und dem Ressort für Familie, Gesundheit und Sozialwesen das Projekt „Mit dem Rad zur Arbeit“: Die originellsten und erfolgreichsten Ideen werden prämiert.
„Mit dem Rad zur Arbeit“ nennt sich das Projekt, das von der Stiftung Vital gemeinsam mit dem Ökoinstitut Südtirol umgesetzt wird. Unterstützt wird das Projekt auch vom Ressort für Familie, Gesundheit und Sozialwesen, der Stiftung Südtiroler Sparkasse und der Südtiroler Wirtschaftszeitung SWZ. Start ist der 15. April 2010.
Südtirols Betriebe werden im Rahmen des Projektes dazu eingeladen, Aktionen und Ideen für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, für ihre Kunden und Gäste zum Thema „Fahrradfreundliches Unternehmen“ zu realisieren. „Durch gezielte Anreize soll der Umstieg vom Auto auf das Fahrrad erleichtert werden, denn damit leistet jeder Betrieb einen konkreten Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität und zur Verminderung von Schadstoffen und Lärm“, erklärt Alexa Nösslinger, Projektleiterin der Stiftung Vital. „Außerdem kann man beim Radfahren Stress abbauen und Geld sparen.“ Unschlagbar sei das Fahrrad vor allem bei kurzen Strecken, denn diese sind mit dem Fahrrad häufig einfacher und angenehmer zurückzulegen als mit dem Auto.
„Zurück in die Zukunft mit dem Rad“ heißt also die Devise. Die teilnehmenden privaten und öffentlichen Betriebe, die sich 2010 diesem Motto verschreiben, erhalten Unterstützung und werden belohnt. Anhand einer Ideenliste werden den Betrieben erste Impulse zur fahrradfreundlichen Gestaltung gegeben. Die Themenpalette ist breit, sie reicht von sicheren Fahrradwegen bis hin zu sicheren und witterungsunabhängigen Abstellmöglichkeiten, von Reparaturangeboten bis hin zu Anreizen, die die Benutzung des Fahrrades erleichtern. Wünscht ein Betrieb zusätzlich eine professionelle Beratung, kann er sich an das Ökoinstitut Südtirol wenden.
„Wir möchten gemeinsam mit unseren Partnern nicht nur an das Verhalten einzelner Menschen appellieren, sondern die Entscheidungsträger in den Betrieben und Gemeinden dazu einladen, Voraussetzungen zu schaffen, damit die gesunde Entscheidung zur leichteren Entscheidung wird“, sagt Franz Plörer, Direktor der Stiftung Vital, der darauf hinweist, dass Appelle allein nur selten zu langfristigen Verhaltensänderungen führen. „Aber vielleicht bilden sich im Zuge dieses Projektes auch Fahrgruppen, die sich gegenseitig motivieren und die dafür sorgen, dass der Spaßfaktor nicht allzu rasch verpufft.“
Das Schöne daran: Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können sich am Projekt beteiligen. „Der Aufwand ist gering, jedoch der Nutzen für die Gesundheit der Mitarbeitenden und für die Umwelt groß“, sagt die Sportwissenschaftlerin Nösslinger. Gemeinsam mit dem Öko-Institut und der Südtiroler Wirtschaftszeitung lädt sie Betriebe und Gemeinden dazu ein, am Projekt teilzunehmen, um damit ein kleines Zeichen mit großer Wirkung für die Gesundheit und die Umwelt zu setzen.
Die Aktion beginnt am 15. April und endet am 15. Oktober 2010. Danach ermittelt eine Jury die fahrradfreundlichsten Betriebe Südtirols. Diese können Fahrräder gewinnen und werden in den Medien bekanntgegeben.
Die Stiftung Vital orientiert sich an Beispielen, die im benachbarten Ausland seit Jahren mit großem Erfolg umgesetzt werden: In Bayern wurde das Projekt „Mit dem Rad zur Arbeit“ 2001 ins Leben gerufen. Nach nur drei Jahren beteiligten sich weitere acht Bundesländer mit mehr als 7.000 Betrieben und über 60.000 Beschäftigten daran. In Österreich nahmen vor zwei Jahren 3.500 Arbeitnehmer/innen an der Initiative FahrRad teil. Es wurde errechnet, dass sie mehr als 115 Tonnen CO2 einsparen konnten.
„Auch in Südtirol ist das Umweltbewusstsein angesichts der zunehmenden globalen Belastung in den vergangenen Jahren gewachsen; Unternehmer in Südtirol können einen Beitrag zur Gesundheit der Mitarbeiter und zum Klimaschutz leisten“, ist Harald Reiterer, Direktor des Ökoinstitutes Südtirol, überzeugt.

Dr. Alexa Nösslinger 